das panopticon

Wirre Gedankengänge, die am besten verständlich sind, wenn das Konzept des "Panopticons" (nach Bentham, aber auch von Michel Foucault behandelt) bekannt ist...
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Kontrolle. Überwachung. „Disziplinargesellschaft“.
Architektonisches Modell des Panopticons. Machtverhältnis zwischen (isolierten) Individuen und der entkörperten Autorität wird aufgebaut, in der das Individuum nur noch als Objekt (hat keinen Einfluss, handlungsunfähig) funktioniert und sich selbst den Machtverhältnissen unterordnet und diese somit bekräftigt. Funktioniert durch die permanente Bedrohung/Möglichkeit des Überwachtwerdens/Gesehenwerdens ohne selber sehen zu können.
Parallelen: Kameraüberwachung etwa. Auch in Gefängnissen, Flughäfen, etc. Wieso scheint es so furchtbar notwendig, die große Masse zentral zu überwachen? Gibt es keine bessere Art, Gesellschaft zu gestalten? Wieso ist das allen so scheißegal?
Denn: Das Konzept funktioniert ganz stark auch durch die Einteilung von Menschen in Normal/Anormal. Wer entscheidet das? Ich denke da etwa an den „Flaschenwerfer“ von den G20-Protesten, der nun für eine ganze Zeit im Gefängnis sitzen muss. Wie objektiv war diese Entscheidung, ihn als (zumindest vorübergehend?) Anormal bzw. nicht in die Gesellschaft passend zu brandmarken? Wie sicher sind all jene, die sich jetzt als sehr „normal“ wähnen wirklich davor, nicht irgendwann nicht mehr der Norm zu entsprechen?
Was ich will: Eine Gesellschaft, die möglichst über Normen hinwegsehen kann. Ich habe noch keine klare Idee davon, wie diese dann aussähe, aber so wie aktuelle Konzepte funktionieren, fühlt sich das für mich sehr falsch an. Weil im Endeffekt immer ein größeres Etwas (der Staat etwa) im Namen des Allgemeinwohls über Individuen bestimmen kann. Solange der Staat im Sinne der Humanität und des „im Zweifel für“ und der Inklusion agiert, geht das vielleicht reibungsloser, aber was wenn nicht? Wie sehr kann man denn schon dem großen Ganzen vertrauen?

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