Samstag, 27. Mai 2017

Wessen Wahrheit zählt?

Je mehr ich mich hineinarbeite und hineindenke in politische Themen, desto geringer wird mein Drang, meine Meinung laut kundzutun. Denn je mehr ich über die Welt weiß, desto mehr weiß ich auch, dass es so gut wie NIE eine eindeutige Positionierung geben kann. Insbesondere politische Angelegenheiten sind zu verzwickt, zu verstrickt in Machtverhältnisse und alle möglichen anderen Faktoren, als dass man die eine universelle Antwort auf sich münzen könnte.
Das einzige, was für mich steht, sind moralische Überzeugungen. Ich finde, dass alle Menschen und alle sonstigen fühlenden Lebewesen ein gleichberechtigt würdevolles und freies Leben verdienen. Das ist natürlich auch sehr generell gehalten und ab dann wird es schwierig.
Es gibt so viele verschiedene Wahrheiten, wie kann man diese in einer Lösung vereinen? Funktioniert das überhaupt? (Aber es muss doch!)
Das ist ein großer Grund, warum ich auf meinem Blog gerade wenig über politische Themen schreibe. Ich informiere mich, bilde mir Meinungen und im nächsten Moment fallen diese schon wieder in sich zusammen, wegen einem abwegigen Gedanken oder neuen Informationen. Wie kann ich diese Meinungen unter diesen Umständen veröffentlichen? Vor allem da ich in den meisten Fällen mein Wissen nur von Nachrichtenquellen beziehe und nicht direkt involviert bin bzw. auch niemanden kenne, der dies ist.
Vielleicht ist das aber auch der Kern. Es geht nicht darum, die eine Antwort auf alles zu haben. Ganz im Gegenteil ist es wohl viel wichtiger, sich gerade keine knallharte Meinung zu allem zu bilden, sondern auch mal anzuerkennen, dass die eigene Realität einfach nicht ausreicht, um alleine auf die „richtige“ Lösung zu kommen.
Für mich ist ja Kommunikation das Stichwort - also gegenseitiger Austausch, Kooperation und so weiter - um einer (oder sogar der?) Wahrheit wenigstens einen kleinen Schritt näher zu kommen. 

(Ich habe da letztens so eine ganz tolle Online-Zeitschrift entdeckt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat "neben Problemen auch Visionen und Lösungen [zu] diskutieren" und möglichst viele Facetten zu beleuchten. Dabei gehen sie sehr transparent vor und verlinken jede Quelle direkt im Text. Sehr interessant zu lesen. Die meisten Artikel kann man leider - aber verständlicherweise - nur mit einem Abo lesen, aber der Artikel des Monats steht allen zur Verfügung. Kann ich nur empfehlen!)

Kate Tempest formuliert meinen Gemütszustand mal wieder sehr schön:

 "Whose truth even counts?
Is it the person who doubts
What a person proclaims they’re about?
Whose version is perfect?
Is there a truth that exists
Outside of perception?
This is the question"

Samstag, 20. Mai 2017

Eis zum Frühstück


Schule ist durch, kaum zu glauben. Noten weiß ich noch nicht, aber ich habe zum Glück das Privileg, dass die mir ziemlich egal sein können. Total verhauen habe ich dieses so allmächtige Zeugnis meiner Intelligenz und Fähigkeiten jedenfalls nicht.

Was jetzt tun? Genau beantworten kann ich die Frage auch jetzt noch nicht. Erst einmal irgendwie in den Tag hineinleben und mehr Zeit damit verbringen, mein geheimnisvolles Innerstes auszuhorchen.

Eins kann ich euch aber ohne jegliches Wenn und Aber mitgeben: Eis zum Frühstück, das bringts! Idee ist von einer Freundin geklaut. Banane(n) über Nacht einfrieren und wenn morgens der Magen Bescheid gibt zusammen mit Kakaopulver (und eventuell noch anderem Zeugs, das gerade in der Küche herumliegt und passend erscheint) vermixen. Ich empfehle: Erdnussbutter, Ahornsirup, Zimt. Schmeckt sehr gut!

Sonntag, 14. Mai 2017

Ist Schönheit kapitalistisch?


Dienstag, 2. Mai 2017

Diese Kreuzung


Man, man, man, die Zeit rast ganz schön. Ich fühle mich irgendwie von ihr zurückgelassen. „Hey, warte doch auf mich! Komm zurück!“, will ich am liebsten schreien, mich trotzig wie ein Kleinkind einfach auf den Boden setzen und ausharren. Aber, genauso wie die meisten Kleinkinder dann doch recht schnell wieder zum Vorankommen bewegt werden können, weil es einem selbst halt auch nicht so viel bringt, seine Zeit auf dem ungemütlichen Boden zu verbringen, die man eigentlich auch zum Roboter spielen oder Blümchen pflücken hätte verwenden können, setze ich doch einen Fuß vor den anderen. Es bringt ja alles nichts.


Die letzten Wochen, sie sind dahingeflogen in einem sehr zähen Wirbel aus trockenen Schreibtischstunden, aus denen ich mit ganz steifen Gelenken wieder hervorgekrochen bin. Nein, ich habe nicht nur gearbeitet. Eigentlich habe ich hauptsächlich im Internet abgehangen, Serien geschaut, mich über die Welt geärgert und sie im nächsten Moment wieder geliebt. Wie das eben so ist in der verdammt schnellen Sphäre des World Wide Webs. Nur ich selbst hatte irgendwie wenig Anteil an den Geschehen, die da so vor meinen Augen vorbeigeflimmert sind. Liebe, Hass, happiness, Trauer. Alles dabei, so nah vor mir und doch so unendlich weit entfernt.


So an diesem Tisch sitzend, massenweise Zettel vor mir ausgebreitet, der Laptop mitten im Getümmel und vielleicht irgendwo noch eine Schüssel Snacks verborgen, habe ich die letzten Wochen sehr unspektakulär verbracht. -Nicht falsch verstehen, ein wenig ist schon passiert: Ich bin 18 Jahre alt geworden, habe nach einem Jahr kompletter Funkstille eine alte Freundin besucht, habe mein schriftliches Abitur hinter mich gebracht, Kneipen besucht, bin die Fürsorge für einiges an Pflanzen geworden, habe mich einem Großteil meiner Kopfhaare entledigt …


... Dennoch fällt es mir schwer, zu schreiben. Ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht, weiß nicht in welche Richtung ich jetzt bald steuern werde, wo ich in ein paar Monaten sein werde. Immer noch nicht. Mein Leben ist gerade dominiert von einem Kontrast an ewig gleichem Trott und gähnendem Unwissen.


So geht es wahrscheinlich einigen an diesen Kreuzungen im Leben. Ich selbst habe nach und nach Blogger*innen aus dieser Online-Welt verschwinden oder zumindest für eine ganze Weile Abstand nehmen sehen, nachdem für sie die Schule aufgehört hat. Ich will das ungern. Mir gefällt es, zu bloggen, auch wenn ich bisweilen noch nage an dem Sinn dahinter, mich hier so im Internet zu präsentieren. Und weil ich bitte nicht den Faden verlieren will, weiter diesen doch schon wichtigen Teil meines Lebens betreiben will, nehme ich mir hiermit vor, in der nächsten Zeit wöchentlich etwas hochzuladen. Und sei es nur ein Schwall von Gedanken. Wieso eigentlich auch nicht? x


Freitag, 7. April 2017

Wie geht es dir?

Ja, dich mein ich. Genau dich. Ernsthaft.
Wie geht es dir?
Was beschäftigt dich gerade am meisten? Etwas, worüber du noch mit niemandem so richtig gesprochen hast? Worum kreisen deine Gedanken momentan am meisten? Macht es Sinn, sich so sehr damit auseinanderzusetzen?
Bist du zufrieden mit deiner Situation? Hast du das Gefühl, dich deiner Umgebung komplett anvertrauen zu können? Was steckt hinter deinen nachdenklichen Blicken, deinem Lächeln, der gerunzelten Stirn? Was bringt dein Herz zum Flattern?
Wie viel von dir gibst du deiner Umwelt preis? Wieso? Oder: Wieso nicht?
Lebst du wirklich in Einklang mit dir selbst? Oder gibt es etwas an dir, dass es dir schwer fallen lässt, dich vollends zu akzeptieren? Arbeitest du gerade daran, dich zu akzeptieren? Oder dich zu verändern? – Oder beides?
Wann warst du das letzte Mal so richtig glücklich? Wütend? Traurig? Oder einfach gar nichts… Was hat dich das letzte Mal richtig zum Lachen  gebracht? -- Und damit ist das Lachen gemeint, das dir die Luft stiehlt, dich grunzen und prusten lässt und deinen Körper  in Bewegung setzt.
Mit wem hast du diese Momente geteilt?
Hast du gut geschlafen? Dir Zeit nur für dich und deinen Körper genommen? Wie lange ist es her, dass du dir mal einen kompletten Tag für nichts freigenommen hast, außer dir selbst?
Wie sehr achtest du gerade auf deinen Körper? Was heißt es überhaupt für dich, auf sich zu achten? Glaubst du, du gibst dem genug Raum?
Wie sehr lebst du gerade deine Träume? Kannst du auch die kleinen Momente genießen?
Sag mir, wie geht es dir?


Freitag, 17. März 2017

Beim Spazierengehen

Die einzige Möglichkeit, sich wirklich komplett von allem Getue (und von den Gewissensbissen bei Nicht-Getue) loszureißen, besteht für mich momentan aus Spaziergängen. Sehr gerne im Dunkeln, weil da weniger los ist und ich das Licht der Straßenlaternen in meiner Umgebung gerne mag. Aber tagsüber unterwegs zu sein erhält insbesondere jetzt wieder seinen besonderen Charme. Am besten kurz nach Sonnenaufgang oder kurz vor Sonnenuntergang, da ist das Licht am schönsten. Wenn das Handy ausgeschaltet (oder immerhin auf "stumm" gestellt) ist. Dann kann ich mich einreihen in die Anonymität der Fußgänger. Kann komplett zur Beobachterin werden, kann endlich passiv sein (außer eine Situation ist sehr heikel natürlich...!). Wenn es nicht "gerade eben noch" irgendwas zu tun gibt, außer stetig einen Fuß vor den nächsten zu setzen, können sich meine Gedanken am besten wieder ordnen. Ich betrachte meine Umgebung - die ersten Knospen und Blümchen, die wie Farbtupfer hier und dort und überall auftauchen, wenn man nur darauf achtet; die Vögel, die in dem noch recht kahlen Geäst umherflattern und singen; aber auch ganz städtische Szenen, wie bunte Müllcontainer, die bepflastert sind mit Postern, die kommende (oder schon vergangene) Konzerte und Veranstaltungen ankündigen; oder ganz besondere Details, wie die in einem Kreuz ausgedrückte Trauer einiger Stadtbewohner über einen gefällten Baum (obwohl es schon ein wenig zynisch ist, diese Trauer in einem Holzkreuz auszudrücken, findet ihr nicht?)- und anstatt überwältigt zu werden von der Masse an Eindrücken, kehrt Ruhe in mir ein. Ich bin nur Teil eines endlos größeren Ganzen, alles wird sich richten lassen. ...Und wenn nicht, dann gibt es genug tolle Menschen um mich herum, die aufrechterhalten, was mir so am Herzen liegt.


Donnerstag, 9. März 2017

Nebenbei.

In zwei Wochen mache ich Abi. Ja, die Zeit ist dann plötzlich doch geflogen. ...und gekrochen zugleich, das ist ja das Schöne an Zeit. Jedenfalls ist mein Kopf jetzt leider sehr vollgestopft mit den Details der cellular respiration und diversen biological principles (denn meine erste Prüfung werde ich in Biologie haben und dann auch noch auf Englisch). Da bleibt wenig übrig für andere Gedanken. Oder zumindest für eine klare Formulierung dieser Gedanken. Mensch, bin ich froh, wenn der ganze Spuk vorbei ist.
Damit ich aber doch irgendwie das Gefühl habe, ein wenig mit meinem Internet-Leben verknüpft zu bleiben, habe ich vorhin mal den Scanner meiner Eltern ausprobiert. Und - voilà - ich präsentiere eine Auswahl an Kunstwerken, die im Laufe der letzten zwei bis drei Jahre geschaffen (oder zumindest angefangen) wurden. Scannen würde ich euch übrigens auch mal raten, auszuprobieren. Macht echt Spaß und ein wenig künsteln kann man damit auch, indem man zum Beispiel verschiedene Papierschnipsel kombiniert. ;)


(Irgendwann, in ein paar Wochen, kommt dann auch mal wieder etwas Tiefsinnigeres...!)